Wie man eine Woche in Tokio verbringen kann

Japan ist das Land, was ich schon mein ganzes Leben besuchen wollte. Das Land der aufgehenden Sonne und seine Kultur bewunderte ich schon immer. Keine Ahnung wann diese Bewunderung genau angefangen hat, aber ich glaube Sailor Moon war wohl ein wesentlicher Grund dafür. 😀 Wenn man schon ewig davon träumt ein bestimmtes Land zu bereisen, dann sind die Erwartungen, wenn es denn endlich soweit ist, ziemlich hoch. Aber ich wurde nicht enttäuscht!

Asakusa Schrein
Asakusa Schrein bei Nacht

Schon vor unserem 6-monatigen Aufenthalt in Thailand war mir klar, das ist die Gelegenheit günstig nach Japan zu reisen. Da unsere Zeit aufgrund meines Studiums aber leider begrenzt war und wir eine 3-Städte-Kombi mit Hong Kong, Tokio und Taipeh planten, hatten wir insgesamt leider nur 8 Tage für Tokio. Die erste Nacht mussten wir Nähe dem Flughafen Tokio-Narita verbringen, da wir von Hong Kong einen Nachtflug gebucht haben. Nach Hong Kong war das Flughafen Hotel ein richtiger Luxus. Am nächsten Tag fuhren wir dann mit dem Zug nach Tokio zu unserem Hotel in Asakusa. Die Hotelpreise in Tokio sind teilweise richtig krass. Vor allem wenn man im Zentrum übernachten möchte. Wir haben uns für das Hotel Via Inn Asakusa entschieden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war wirklich top und wir hatten keine Lust in einer Schlafkapsel zu übernachten, die übrigens auch extrem teuer sind. Wir brauchten mit der Bahn zwar 20 – 30 Minuten ins Zentrum, dafür lag das Hotel direkt am beliebten und schönen Asakusa Schrein, der unter Tags komplett überfüllt ist. Abends jedoch, hat man die ganze Tempelanlage für sich allein, so wie wir. 🙂

Das Asakusa Viertel gefiel uns sehr gut. Es war definitiv ruhiger als in Shibuya und den Tokyo Skytree, der höchste Turm in Japan, konnte man sogar zu Fuß erreichen. Für Bier-Interessierte, war auch die Asahi Bierbrauerei nicht weit entfernt.

Allein in Tokio gibt es unzählige Möglichkeiten, die man anschauen oder unternehmen kann. Deshalb kann ich auch behaupten, dass 8 Tage allein für Tokio reichen, aber für eine Japan-Rundreise? NO-WAY! Japan hat sooo viele wunderbare Orte zu bieten, weshalb ich definitiv wieder nach Japan reisen werde.

Hier ein paar Tipps was ihr in Tokio machen könnt:

Esst und probiert soviel japanische Köstlichkeiten bis ihr platzt
Klar, Sushi essen ist Pflicht in Japan, aber neben Sushi gibt es noch viel mehr andere Köstlichkeiten. Auch wenn die Essenspreise ein wenig teurer sind, kann man dabei sparen. Habt ihr gewusst, dass man in Japan zu jedem Essen automatisch und völlig gratis ein Glas Wasser bekommt? Und sobald es leer ist, wird nachgeschenkt, daher könnt ihr schon mal dabei sparen, einfach kein Getränk zu bestellen. Wir sind oftmals in ganz kleine traditionelle japanische Gasthäuser gegangen, wo gerade mal 5 Leute an der Theke Platz haben. Bestellt und gezahlt wird bei einem Automaten. Einfach den Zettel abgeben und nach 5 – 10 Minuten bekommt ihr z.B. frisches leckeres Ramen. Davon träume ich heute noch. Generell kann ich euch empfehlen, fertiges Essen und Desserts im Supermarkt zu kaufen. Dort ist es oft günstiger und es ist richtig lecker und qualitativ. Egal ob Sushi, Curry oder leckere Törtchen. Was mir auch ganz gut gefallen hat, dass man überall warmen grünen Tee trinken kann. Die ganz normal in Plastikflaschen oder Dosen verkauft werden. Entweder im Shop oder am Getränkeautomat, der gefühlt alle 5 Meter irgendwo steht.

Die unzähligen Tempel besuchen
In Tokio gibt es so viele wunderschöne Tempelanlagen, die zwar anders als z.B. in Thailand nicht so prunkvoll wirken, aber dennoch wunderschön sind. Neben den Asakusa Schrein, kann ich euch auch den Zōjō-ji Tempel emfpehlen. Dieser befindet sich direkt beim Tokyo Tower, weshalb man diese zwei Sehenswürdigkeiten gut verbinden kann. Und dann wär da natürlich noch der wichtigste Tempel in ganz Tokio, der Meiji Schrein. Ein wunderschöne riesige grüne Tempelanlage, die eigentlich eher wie ein versteckter Wald wirkt. Und das mitten in einer Megametropole. Was man noch machen kann, wer Lust hat: Sich mit einem traditionellen japanischen Kimono ausstatten lassen und sich passend dazu die Haare machen lassen. In Tokio, vor allem in Asakusa gibt es viele Möglichkeiten sich verkleiden zu lassen. Das machen nicht nur westliche Touristen, sondern auch Japaner. Entweder macht man dann ein Fotoshooting, wie es beim Meiji Schrein möglich ist, oder man macht dann eine Sightseeing Tour mit einer Rikscha.

Im Park entspannen
Großstädte können ganz schön stressig sein. In Tokio gibt es viele schöne Parks. Daher gibt es immer wieder die Gelegenheit, ins Grüne zu verschwinden, und dort abzuschalten. Dort findet man viele Japaner die entweder Picknicken, sich mit Freunden treffen, Sport treiben oder sogar mit ihren Katzen dorthin gehen, damit sie etwas Auslauf haben :D. Das ist auch etwas, was mir an Tokio sehr gut gefallen hat. Auch wenn die Stadt sooo riesig ist und dort so viele Menschen leben, gibt es ganz viele Grünflächen, wo man Energie tanken kann. Man fühlt sich dann gar nicht mehr so, als würde man in einer Großstadt sein.

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Ueno Park

Shibuya Crossing + Harajuku
Shibuya ist wohl das bekannteste Viertel von ganz Tokio. Jeder kennt die Fotos von der berühmten Shibuya Kreuzung. Dort angekommen, kommt man nicht mehr aus dem Staunen. Tokio ist sehr groß, warum sich die Menschenmassen gut aufteilen, aber so viele Menschen wie in Shibuya, habe ich noch nie auf einmal gesehen. Man könnte da sicherlich einige Stunden verbringen und einfach nur die Menschen beobachten. Wirklich beeindruckend. Um ein tolles Foto aus der Vogelperspektive zu machen, gibt es entweder die Möglichkeit den Starbucks in Shibuya zu besuchen. Wobei es dort ziemlich überfüllt ist. Oder man geht auf das Observation Deck am Dach des Magnet Einkaufzentrums. Eintrittspreis sind angeblich 500 Yen. Wir sind rauf und haben von irgendjemanden ein Ticket bekommen, wo wir dann gratis tolle Selfies machen konnten mit der Shibuya Kreuzung. Gezahlt haben wir wirklich keinen Cent, wir wussten auch nicht wo wir etwas hätten zahlen sollen. Wir hätten es ja getan, aber hja..wir hatten wohl Glück. Das Observation Deck gibt es nämlich noch nicht sehr lange.

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Observation Deck MAGNET
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Shibuya Street

Ein weiteres spannendes Must-See ist wohl die Takeshita Street im Harajuku Viertel von Tokio. Dort findet man am späten Nachmittag und besonders am Wochenende, viele Cosplayer die ihre schönen, oftmals selbst-genähten Kostüme präsentieren. Außerdem gibt es richtig coole ausgefallene Shops. Also in dieser Straße ist richtig was los und wirklich empfehlenswert.

Tsukiji Fisch Markt
Auch wenn man jetzt nicht unbedingt ein Fan von Märkten oder Fisch ist, ist der Fischmarkt eine interessante Sehenswürdigkeit. Neben frischen Fisch, kann man dort auch schöne japanische Souvenirs kaufen, oder einfach nur Bummeln und Sushi essen. Es besteht auch die Möglichkeit, bei einer Thunfisch-Auktion teilzunehmen, aber hierfür muss man schon sehr früh aufstehen, ich glaube gelesen zu haben, dass man schon um 3 Uhr morgens antanzen muss. Die Plätze sind oft nur begrenzt und man muss sehr lange warten, bis die eigentliche Auktion dann beginnt.

Tokio von oben anschauen
In Tokio gibt es einige Möglichkeiten, die Stadt von oben zu besichtigen. Die beliebtesten sind der Tokyo Skytree, der Tokyo Tower, oder die Roppongi Hills, wo es ein Observation Deck gibt, ganz ohne störendem Glas. Jedoch hat dieses Deck nur bei gutem Wetter und ohne Wind geöffnet. Ich wollte ein schönes Tokio Foto mit dem Tokyo Tower drauf, also sind wir in das Tokyo World Trade Center gegangen. Wer gerne ein Foto zum Sonnenuntergang machen möchte, der sollte früh genug da sein und sich einen guten Platz an der Scheibe reservieren, denn solch ein Foto wollen viele :D. Eine kostenlose Alternative für einen Tokio Panorama View, ist das Tokyo Metropolitan Government Building. Dort kann man sogar den Mount Fuji von weitem betrachten.

Ausflug zum Kawaguchi See
Wir hatten zwar nicht sehr viel Zeit für Japan eingeplant, aber was wir definitiv machen wollten, war ein Ausflug zum Kawaguchi See von den man eine wunderbare Aussicht zum Fujiyama hat. Die Tour haben wir zwei Tage vorher am Busbahnhof gebucht. Der Bus fuhr sehr früh morgens von Tokio weg und brachte uns zum Kawaguchi See. Dort konnte man Fahrräder ausleihen oder eine Busrundfahrt machen. An diesem Tag war es leider sehr windig und frisch. Weshalb wir kein Fahrrad-Tour gemacht haben. Die Tour kann ich euch sehr empfehlen, wenn ihr genügend Zeit in Tokio eingeplant habt. Denn die Aussicht zum Fujiyama ist wirklich wunderschön und man sieht auch noch andere schöne japanische Dörfer, die so ganz anders als Tokio sind.

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Kawaguchi See mit Aussicht zum Mt. Fuji

Besuch im Miraikan Science Museum
Wir wollten uns unbedingt Roboter ansehen, die ja doch für Japan bekannt sind. Darum haben wir das Miraikan Science Museum in Daiba besucht. Daiba gilt als die Hightech- Insel von Tokio, da sich dort viele Wissenschaftsgebäude befinden. Außerdem gibt es dort ein Riesenrad und die Rainbow-Bridge, die, wie ihr Name schon sagt, auf Nacht wie ein Regenbogen beleuchtet wird. Genau an dem Tag, wo wir in oder auf Daiba waren, wurde dort ein Oktoberfest veranstaltet. Ein Münchner Oktoberfest im Mai. 😀 Es war wirklich witzig anzuschauen. Man konnte sich sogar Dirndl ausleihen und natürlich gab es deutsches Bier. Das Essen hatte jedoch mit Bayern so gar nix am Hut.  Nach dem Abstecher am japanische Oktoberfest, sind wir dann eben ins Mirakain Museum gegangen, weil wir ja Roboter sehen wollten. Und wir wurden nicht enttäuscht. Wir durften Asimo zusehen, wie er winkt, läuft und sogar Fußball spielt. Das war richtig cool. Neben Asimo, der wirklich wie ein Roboter aussah, gab es noch Androiden, die Menschen gar nicht so unähnlich sahen. Wir waren sehr beeindruckt und wenn ihr euch mal Roboter ansehen wollt, dann ist das Miraikan die richtige Adresse.

Fazit
8 Tage für Tokio? Ja, das reicht, wenn man nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen möchte, aber wenn ihr mehr von Japan sehen wollt, dann solltet ihr definitiv 2 – 3 Wochen einplanen. Denn für Kyoto und Osaka hatten wir leider keine Zeit, weshalb wir unbedingt wieder nach Japan fliegen müssen. Warum hat uns Japan jetzt eigentlich so gut gefallen? Euch wird auffallen, wie sauber und hygienisch es in Japan ist. Es liegt kein Müll rum, obwohl man kaum Mülleimer findet. Überall findet man Reinigungspersonal, auch in der Metro. Zum Essen wird einen vorab immer nasse Tücher gereicht. Menschen die erkältet sind, schützen andere Menschen vor einer Ansteckung, indem sie Mund-und Nasenmasken tragen. Find ich super und sollte bei uns auch so eingeführt werden. Die Japaner sind ein sehr hilfreiches und freundliches Volk, auch wenn sie nicht immer Englisch sprechen können. Vieles ist sehr logisch und sinnvoll durchdacht. Es gibt in der Stadt kaum Verkehr, weil dieser um die Stadt herumgeleitet wird. Es fahren hauptsächlich Elektroautos  in der Stadt, es gibt also keinen Straßenlärm und keine Luftverschmutzung. Es gibt sehr viele Grünflächen und unglaublich viele Möglichkeiten, den Tag zu verbringen.

Uns hat es wahnsinnig gut gefallen, warum wir jeden eine Reise nach Japan empfehlen können. Und dabei muss man nicht unbedingt auf einen Strandurlaub verzichten, denn die Insel Okinawa ist bekannt als die Karibik von Japan, die auch noch auf meiner Reiseliste steht. 🙂

Wart ihr schon mal in Tokio, Japan? Wie hat es euch dort gefallen?

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